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Koller-Haus

Eine kolorierte Federzeichnung aus der Eidgenössischen Chronik von Werner Schodoler von
1514 bis 1532 zeigt das Haus mit westlicher Fachwerkwand.

Lange vermutete man, das Haus stamme von 1548. Hinweis darauf ist das Südzimmer im 1. Obergeschoss mit kassettierter Holzdecke, Sitznischen am Fenster und spätgotischem
Reihenfenster mit datierter Fenstersäule.

Durch die im Zuge der Gesamtrenovation durchgeführte bauarchäologische Untersuchung durch die Kantonsarchäologie Aargau ergab sich die Erkenntnis, dass der Kernbau als Bohlenständerbau in Holz errichtet wurde. Für die Hölzer der Deckenbalken im Erdgeschoss konnte das Fälldatum für den Winter 1432/33 bestimmt werden. Es handelt sich somit um einen der ersten Neubauten nach dem Unterstadtbrand von 1434, für welchen einjähriges Holz verwendet wurde.

Im Innern haben sich Elemente der Ausstattung des spätgotischen Neubaus aus der Mitte des
16. Jahrhunderts relativ gut erhalten. Hervorzuheben ist die Stube im ersten Obergeschoss, mit vierteiligem Reihenfenster, das in der Mitte eine verzierte Fenstersäule aufweist, welche die Jahreszahl 1548 und ein Steinmetzzeichen trägt.

Im gesamten Haus haben sich Fragmente der ursprünglichen Ausmalung erhalten. So zeigt die Kassettendecke der Stube eine bauzeitlich dunkel gehaltene Fassung und die gassenseitige Kammer im zweiten Obergeschoss spätgotische Schwarzbandmalereien.

Eine Wandnische befindet sich in der West- und eine in der Ostwand, zudem existiert im ersten Obergeschoss eine nachträglich ins Mauerwerk eingebaute Tür, die auf eine Verbindung mit dem anschliessenden Gebäude schliessen lässt, welches im frühen 20. Jahrhundert abgebrannt ist.