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Meister Hans Murer baut sieben Brunnen (1560-1570)

Die Stadt Bremgarten kannte seit ihrer Gründung eine künstliche Wasserversorgung. In die Oberstadt holte man das Wasser aus Quellen am Mutschellenhang, für die Unterstadt aus solchen am linken Reussufer. Das Wasser wurde noch nicht in die Häuser geleitet. Die Leute gingen dafür zu den öffentlichen Brunnen. Diese waren im Mittelalter aus Holz.

Im Jahre 1560 beschloss die Stadt ein grosses Vorhaben, nämlich den Bau von steinernen Brunnen. Der Auftrag ging an Werkmeister Hans Murer. Die ersten beiden Brunnen baute er im selben Jahr in der Marktgasse. Bis 1570 errichtete er insgesamt sieben steinerne Brunnen: bei der Kreuzkapelle in der untern Vorstadt, „bim koufhus an der Villinger gassen“ (beim Rathaus, 1567), „bim pfrundhus bi der kilchen“ (an der Schulgasse, 1568), „hinder der oberen badstuben am platz“ (beim Zeughaus, 1569) und „uff der hofstatt“ (vor dem Kornhaus, 1570).

Aus dem Tagebuch Wernher Schodolers des jüngern (des Enkels des berühmten Chronisten) erfahren wir, dass Hans Murer 1567 am Brunnen beim Rathaus 12 Wochen gebaut hat. In den folgenden drei Jahren dauerte es dann jeweils nur noch etwa drei Wochen, wahrscheinlich, weil die wichtigsten Steinmetz-Arbeiten schon vorbereitet waren.
Ebenfalls von Schodoler erfahren wir, dass der Bau der sieben Brunnen ein recht grosses Unterfangen war. Denn, als der „sibent und der letst“ beim Kornhaus gebaut war, da habe man darüber geredet, was man jetzt weiteres machen wolle. Doch, heisst es dann lakonisch, „ist inen hieruf (leyder) zebuwen genug worden.“

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